Station 7: Paulsplatz
Die Politik – Eine ungeliebte Partnerin?

In den Räumen des ehemals an dieser Stelle stehenden Gymnasiums fand am 24. November 1816 die Gründungsversammlung der Frankfurter Gesellschaft zur Beförderung der nützlichen Künste und der sie veredelnden Wissenschaften statt. Die Paulskirche, in der 1848 die verfassungsgebende Nationalversammlung tagte, steht symbolhaft für die liberalen politischen Bestrebungen der Bevölkerung.

Die liberalen Ideen, die auch in der Polytechnischen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielten, brachten sie unter Beobachtung durch die Obrigkeit, zumal ein Denunziationsschreiben einige Mitglieder verdächtigte. Der Verein selbst hielt sich unter der Leitung von August Anton Wöhler aus der politischen Auseinandersetzung heraus, aber führende Polytechniker wie Friedrich Jucho und Maximilian Reinganum beteiligten sich an den Ereignissen, die zur Revolution 1848 führten und sprachen sich besonders für Gewerbe- und Pressefreiheit aus. Es blieb die Leitlinie der Gesellschaft, die für die Vereinstätigkeit nötige Nähe zur Politik zu halten – so waren die Frankfurter Oberbürgermeister Johannes Miquel und Franz Adickes Polytechniker –, jedoch nicht direkt am politischen Diskurs teilzunehmen.

 Zur Station 8.

Porträt Friedrich Sigmund Juchos (um 1848)
Autor: Felix Machka