Station 10: Schaumainkai 17
Kunstgewerbe braucht Engagement

Ohne die Polytechnische Gesellschaft hätte es das Museum für Angewandte Kunst (heute Museum Angewandte Kunst) nicht gegeben. Der Kunstgewerbeverein, eines der Tochterinstitute, schuf 1877 ein ganz besonderes Museum, das sich stark von den anderen klassischen Kunstmuseen unterschied. Damit öffnete sich die Gesellschaft der Förderung des Kunstgewerbes, also der Förderung von Wirtschaft und Kultur. Laut einer Denkschrift von 1875 sollte der Verein einerseits theoretisch bilden, andererseits die besten Werkstücke zur Schau stellen. Frankfurt sollte die den kunsthandwerklichen Geschmack bestimmende Metropole Südwestdeutschlands werden, um Kunsthandwerkern und Gestaltern Anregungen für die maschinelle Produktion zu geben.

Die Stadt Frankfurt übernahm 1921 die Sammlung des Vereins und richtete 1966 in der Villa Metzler ein Museum ein, 1985 wurde der Erweiterungsbau eröffnet. Als sich abzeichnete, dass das Geld für die Inneneinrichtung nur für das Nötigste reichen würde, organisierte der Kunstgewerbeverein eine Bausteinspendenaktion. Der Mindestbetrag für einen der Kristallbausteine betrug 300 Mark. Die Frankfurter Sparkasse und die Polytechnische Gesellschaft erwarben gegen eine Spende von 130.000 Mark insgesamt 130 Kristallbausteine.

Zum Exkurs NS-Zeit.

1982: Spatenstich zum Erweiterungsbau des damaligen Museums für Kunsthandwerk (heute: Museum Angewandte kunst), im Hintergund die Villa Metzler. Unter der Leitung des Kunstgewerbevereins und mit großem bürgerschaftlichem Engagement wurde sie ab 2008 revitalisiert.
Autor: Alexander Hofmann