„Wir wollen in Frankfurt nicht Einwohner, sondern Bürger dieser Stadt sein!“

Verantwortung übernehmen

Polytechniker engagieren sich von jeher dort, wo es notwendig ist. Ihr Ziel ist, Bildung zu fördern, Innovation anzuregen und Not zu lindern – für ein lebenswertes Frankfurt. So organisieren sie Vorträge und gründen immer wieder Institutionen, Vereine und Schulen. Einige dieser Institutionen arbeiteten temporär, andere existieren bis heute fort. Zu den bekanntesten Einrichtungen zählen die Frankfurter Sparkasse von 1822, die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte oder die Wöhlerschule. Heute zählt die Polytechnische Gesellschaft sieben Tochterinstitute. Viele der rund 320 Mitglieder sind bei den Töchtern aktiv und bringen sich mit ihren unterschiedlichsten Kompetenzen ein.

Die Geschichte der Polytechnischen Gesellschaft in 20 Bildern

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Wir für Frankfurt.

200 Jahre Polytechnische Gesellschaft.
Die Polytechnische Gesellschaft feiert am
24. November 2016 ihr Jubiläum.

Im deutschsprachigen Raum gehört die Polytechnische Gesellschaft zu den ältesten zivilgesellschaftlich engagierten Vereinigungen. Getragen vom Geist der europäischen Aufklärung haben meist junge, fortschrittliche, liberal denkende und weitsichtige Frankfurter Bürger, zu denen Kaufleute, Handwerker, Lehrer, Ärzte und Apotheker gehörten, die Polytechnische Gesellschaft 1816 gegründet: Unter Ihnen waren bekannte Persönlichkeiten wie der Bankier Simon Moritz von Bethmann und der Pädagoge Adolph Diesterweg. Die Polytechnische Gesellschaft hat das Zusammenleben, die Bildung, die Wirtschaft, das Stadtbild, Kultur und Denkkultur in Frankfurt seit 200 Jahren entscheidend mitgeprägt. Der liberale Lebensentwurf der Gründungsväter ist nach wie vor hochaktuell und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte:

Hierzu gehören Freiheit und Gleichheit der Menschen, Selbstbestimmung, Toleranz und Verpflichtung zur Eigenverantwortlichkeit, aber auch Verantwortung für das Gemeinwohl. Polytechniker waren prägende Persönlichkeiten in der Paulskirchen-Bewegung. Der Abgeordnete Frankfurts im 1848er Parlament war ebenfalls Polytechniker.

Eine ganz wesentliche Zielsetzung der Polytechniker war von Beginn an, die vielfältigen Fähigkeiten der Menschen zu fördern. Und dies ist auch schon die Kerndefinition von Polytechnik: die Vielfalt an Fähigkeiten! Seit 200 Jahren übernehmen die Polytechniker Verantwortung für ihre Frankfurter Mitbürger. Mehr als 50 Bildungseinrichtungen sowie soziale und kulturelle Institutionen sind aus dem gemeinnützigen Engagement der Polytechniker entstanden. Dazu gehörte die erste Berufsschule der Stadt: die 1817 gegründete Sonntagsschule für Handwerker. Kurze Zeit später kamen eine Gewerbeschule und ein Gymnasium – die Wöhlerschule - dazu. Polytechniker waren ganz wesentlich an der Durchsetzung der Gewerbefreiheit in Frankfurt beteiligt. Sozial bahnbrechend war 1837 die Errichtung der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte. Visionär war 1822 die Gründung der Sparkasse für die unteren Bevölkerungsschichten. Dies war die bedeutendste Unternehmensgründung der Polytechniker.

Heute gehören sieben Tochter-Institute zur Polytechnischen Familie: die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, die Wöhler-Stiftung, der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main e.V., das Institut für Bienenkunde (Stiftungsprofessur im Fachbereich Biologie der Goethe-Universität), das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e. V., der Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e. V. sowie Ihre Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

 

 

 

Sechs dieser Tochterinstitute werden von der Polytechnischen Gesellschaft seit mehr als 10 Jahren jährlich mit nahezu 1 Mio Euro unterstützt. Mit diesen erheblichen Geldzuwendungen und durch die ehrenamtliche Unterstützung zahlreicher Polytechniker sind diese sechs Tochterinstitute in der Lage, ihre kraftvolle soziale und kulturelle Arbeit in Frankfurt zu leisten.

Das jüngste und siebte Tochterinstitut ist die im Jahre 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Der Verkauf der Frankfurter Sparkasse im Jahr 2005 versetzte die Polytechnische Gesellschaft in die Lage, eine eigene Stiftung zu gründen und mit einem Kapital von nahezu 400 Mio Euro auszustatten. Sie zählt zu den größten privaten Stiftungen in Deutschland und engagiert sich in drei Themenfeldern sowohl in der Breiten- als auch in der Spitzenförderung:

·         Bildung, Wissenschaft, Technik
·         Kunst und Kultur
·         Soziales, Karitatives und Humanitäres

Die Mitglieder der Polytechnischen Gesellschaft sind die Stifter und Mitglieder der Stifterversammlung. Die Stiftung ist also der verlängerte Arm der Polytechnischen Gesellschaft und war in den letzten 10 Jahren dank zukunftsweisender Projekte einer der großen Förderer in Frankfurt.

In der eigenen Vortragsreihe, die eine 200-jährige Tradition hat, referieren in jährlich bis zu zwanzig Vorträgen Wissenschaftler, Unternehmer oder Kulturschaffende über hochaktuelle Themen aus den Bereichen Naturwissenschaften, Kultur, Wirtschaft und Soziales. Die Polytechnische Gesellschart fördert eine weitere Vortragsreihe „Wissenschaft im Dialog“ gemeinsam mit der Fazit-Stiftung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und unterstützt Projekte, die Frankfurt lebens- und liebenswerter und machen. Heute wendet sich die Polytechnische Gesellschaft bei ihren Themenstellungen verstärkt Zukunftsfragen unter dem Motto „Zukunft entdecken“ zu.

Seit 1998 vergibt die Polytechnische Gesellschaft jährlich einen mit 10.000 Euro dotierten Kammermusikpreis an Nachwuchsensembles der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

Die mehr als 320 Mitglieder der Polytechnischen Gesellschaft engagieren sich ehrenamtlich. Sie sind erfahren, vernetzt, hilfsbereit, offen für Neues und sind bei den verschiedenen Tochterinstituten aktiv.

Das 200-jährige Wirken der Polytechnischen Gesellschaft blieb in Deutschland nicht unbeachtet. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat der Polytechnischen Gesellschaft den Deutschen Stifterpreis 2016 verliehen. Damit würdigt der Verband das stifterische Engagement der Polytechnischen Gesellschaft.

 

 

Gremien und Organe

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