Mehr als einhundertneunzig Jahre reicht die Geschichte der Polytechnischen Gesellschaft mittlerweile zurück: Am 24. November 1816 gründen weitblickende und aufgeschlossene Frankfurter Bürger die Polytechnische Gesellschaft oder „Frankfurtische Gesellschaft zur Beförderung der nützlichen Künste und der sie veredelnden Wissenschaften“, wie sie bereits in der zweiten Sitzung genannt wird.
In dem Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber allen Bürgern der Stadt vereinigen sich Kaufleute, Gelehrte und Handwerker, um dem Gemeinwohl zu dienen, ihren Mitbürgern Kenntnisse wirtschaftlich-technischer Art zu vermitteln und um den Aufstieg ihrer Stadt zu fördern. Die Namen der dreiunddreißig Philantropen, die die Gründungsurkunde unterzeichnen, haften heute kaum mehr im Gedächtnis; unter ihnen

sind aber damals bekannte Persönlichkeiten wie der Bankier Simon Moritz von Bethmann, der Arzt Prof. Dr. Theodor Kestner, der Verleger Johann David Sauerländer oder der zu jener Zeit erst sechsundzwanzig Jahre alte Pädagoge Adolf Diesterweg. Bereits 1817 treten der Freiherr vom Stein der Gesellschaft bei und die Chemiker Justus von Liebig und Friedrich Wöhler, und Johann Wolfgang von Goethe wird Ehrenmitglied.

Schon die ältesten Urkunden tragen das Signet des Bienenkorbes, dem Symbol von Fleiss und Gemeinsinn. Zu ihrem ersten Präsidenten – oder wie es damals hieß: zum proponierenden Secretär – wählen die Mitglieder den Professor am Gymnasium Francofurtanum Johann Heinrich Moritz Poppe, der dieses Amt bis zu seinem Wechsel nach Tübingen bekleidet.