Prof. Dr. Helmut Prior
Institut für Psychologie, Johann Wolgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Vögel und Säugetiere haben sich seit 300 Millionen Jahren getrennt entwickelt. Bisher konnte man die Spiegel-Selbsterkennung nur bei wenigen Menschenaffenarten wie z. B. Schimpansen und Orang-Utans nachweisen. Selbsterkennen und hohe soziale Intelligenz sind nach gängiger Auffassung einmalig in der Evolution der Hominiden entstanden und an eine speziell strukturierte Großhirnrinde, den Neokortex, gebunden. Neuere Untersuchungen mit Tierarten außerhalb der Primaten, insbesondere mit Rabenvögeln, belegen aber überzeugend, dass diese vermeintlich nur höheren Säugetieren vorbehaltene Leistungen mehrfach und unabhängig voneinander entstanden sein müssen und auch ohne Großhirnrinde möglich sind.
In Zusammenarbeit mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
Großer Hörsaal des Biologie-Campus
Siesmayerstraße 70
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