Prof. Dr. Andreas Rödder
Historisches Seminar, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
„Bürger“ zu werden, das galt im 19. Jahrhundert als Ideal, das nur wenige erreichen konnten. „Bürger“ zu sein, war nie so vielen Menschen möglich wie in der Mittelschichtengesellschaft der Bundesrepublik. Zugleich gerieten bürgerliche Werte wie Selbstverantwortung, Leistungsbereitschaft, Bildung, Familie und Religion unter Druck, während sich größere Spielräume individueller Lebensgestaltung eröffneten. Was die einen als Verlust beklagen, feiern die anderen als Befreiung. Was heißt „Bürgergesellschaft“ heute: antiquiertes Modell oder zeitloses Ideal? Was bedeutet „Bürgergesellschaft“ im Zeichen von Globalisierung und gesellschaftlichem Wandel? Eine Standortbestimmung der Gegenwart aus historischer Perspektive.
Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse
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