Prof. em. Dr. Rudolf Lill
Professor für Neue Geschichte mit den Schwerpunkten Italien, Rum und Vatikan
Die katholische Kirche hat auf die Moderne mit autoritärer Defensive reagiert und wurde daher im 19. Jh., vor allem infolge des Unfehlbarkeitdogmas (1870), zur zentralistisch regierten Papstkirche. Erst Johannes XXIII. hat auf dem 2. Vatikanischen Konzil alte synodale Strukturen wieder hergestellt und neue Offenheit ermöglicht. Aus Furcht vor zu weitgehenden Reformen hat eine reaktionäre internationale Fronde die Rückkehr zum Stil des 19. Jh. durchgesetzt. Sowohl Johannes II. wie noch mehr Benedikt XVI. wirkten resp. wirken in diese Richtung. Eine intransigente Minderheit wird gefördert, während die eher liberal eingestellte Mehrheit entmutigt wird. Nützt das der Präsenz des Christentums in der säkularisierten Gesellschaft?
Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse
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